Ein Umzug hat immer zwei Seiten
Bei der Anfrage geht es fast immer um die alte Wohnung: wie groß sie ist, wie viel darin steht, in welcher Etage sie liegt. Das ist verständlich, denn dort steht der Hausrat. Für den Aufwand ist die neue Anschrift aber genauso wichtig. Was in der dritten Etage abgeholt wird, muss am Ziel ebenfalls irgendwo hinauf, und wenn dort keine Zufahrt ist, hilft die schönste Ladezone vor der alten Tür nichts.
Wir rechnen deshalb beide Seiten getrennt und legen sie erst am Ende zusammen. Für den Auszug zählen Menge, Etage, Treppenhaus und Stellplatz. Für den Einzug zählen genau dieselben Punkte, nur in umgekehrter Richtung. Manchmal gleichen sich die beiden Seiten aus, manchmal verdoppelt sich der Aufwand. Welcher Fall bei Ihnen vorliegt, sieht man erst, wenn beide Anschriften bekannt sind. Deshalb fragen wir schon bei der Anfrage nach beiden Adressen und nicht nur nach der alten.
Das ist auch der Grund, warum wir bei der Besichtigung nach der Zieladresse fragen und, wenn es geht, auch dort einmal vorbeischauen. Die Anfahrt zur Besichtigung ist kostenlos. Kommt es zum Auftrag, berechnen wir keine Anfahrtskosten. Nauen und Rathenow liegen beide im Landkreis Havelland, wir sind auf dieser Strecke regelmäßig unterwegs, und ein zweiter Blick kostet Sie deshalb nichts. Ist die neue Wohnung noch nicht zugänglich, genügen uns zunächst Fotos und ein paar Angaben.
Was wir an der alten Anschrift ansehen
Beim Auszug geht es zuerst um die Menge. Wie viele Kubikmeter kommen zusammen, wie viele Kartons werden es, welche Möbel müssen zerlegt werden. Danach schauen wir auf den Weg nach draußen: Wohnungstür, Flur, Treppenhaus, Hauseingang, und schließlich der Punkt, an dem der Wagen stehen kann. Jeder dieser Abschnitte kann der Engpass sein, und meistens ist es genau einer davon. Wo dieser Engpass sitzt, sagen wir Ihnen offen, denn daran hängt die Dauer des ganzen Tages.
Was beim Auszug regelmäßig vergessen wird, sind die Nebenräume. Keller, Dachboden, Abstellkammer, Balkon und Garage sind beim ersten Rundgang selten im Kopf, tauchen am Umzugstag aber verlässlich wieder auf. Wir fragen deshalb ausdrücklich danach, und wir sehen hinein. Ein Kellerabteil kann problemlos mehrere Kubikmeter enthalten, und das verschiebt sowohl die Wagengröße als auch die Dauer. Sehen Sie deshalb vor unserem Termin selbst einmal überall hinein, dann geht die Aufnahme schneller.
- Menge in Kubikmetern, einschließlich Keller und Dachboden
- Etage und Beschaffenheit des Treppenhauses, Aufzug vorhanden oder nicht
- Möbel, die zerlegt werden müssen, weil sie nicht durch die Tür gehen
- Möglicher Stellplatz für den Wagen und die Länge des Tragewegs
- Sonderstücke wie Klavier, Tresor oder eine Einbauküche
Was an der neuen Anschrift zählt
Beim Einzug dreht sich alles um Zugänglichkeit und Reihenfolge. Zugänglichkeit heißt: Kommt der Wagen ans Haus, gibt es einen Aufzug, sind die Türen breit genug, passt der Schrank ins vorgesehene Zimmer. Reihenfolge heißt: Was zuerst abgeladen wird, steht später hinten. Deshalb fragen wir vorher, welche Räume zuerst benutzbar sein sollen, und laden entsprechend. In den meisten Haushalten sind das Schlafzimmer, Bad und Küche, und in dieser Reihenfolge laden wir ab.
Häufig ist die neue Wohnung noch nicht ganz fertig, wenn der Umzug ansteht. Ein Zimmer wird gestrichen, ein Boden ist noch nicht verlegt, die Küche fehlt. Auch das lässt sich einplanen, wenn wir es wissen: Dann stellen wir die betroffenen Möbel zunächst in einen anderen Raum und Sie verrücken später selbst. Was wir nicht brauchen, ist die Überraschung an der Tür.
Wenn an der neuen Anschrift ebenfalls kein Platz zum Halten ist, richten wir dort eine zweite Halteverbotszone ein. Für beide Anschriften zusammen liegt sie ab 89 Euro, für eine allein ab 59 Euro. Den Antrag stellen wir. Wie viel Vorlauf die zuständige Stelle jeweils braucht, klären wir für Ihre Anschriften, weil das nicht überall gleich geregelt ist. Sagen Sie uns deshalb möglichst früh, wie die Parksituation an beiden Adressen aussieht.
Wenn nur eine der beiden Seiten schwierig ist
Der häufigste Fall ist nicht, dass beide Anschriften Probleme machen, sondern nur eine. Erdgeschoss raus, vierte Etage rein. Oder Aufzug im Neubau, aber am Ziel ein enges Treppenhaus ohne Fahrstuhl. In solchen Fällen konzentrieren wir die Mittel auf die schwierige Seite, statt beide gleich zu behandeln, und genau darin liegt der Unterschied zwischen einem geplanten und einem improvisierten Umzugstag. Welche Seite die schwierige ist, steht nach der Besichtigung fest und nicht erst am Morgen des Umzugstages.
Praktisch bedeutet das zum Beispiel: Der Möbellift steht nur an der Anschrift, an der er gebraucht wird, und kostet ab 179 Euro bis in die vierte Etage. Oder wir setzen eine zusätzliche Kraft ein, wenn das Treppenhaus lange Wege hat, und rechnen sie ab 25 Euro je Stunde ab. Beides steht im Angebot, bevor Sie zusagen, und beides gilt nur für die Seite, an der es nötig ist.
Wie beide Anschriften in ein Angebot kommen
Am Ende bekommen Sie kein zweiteiliges Angebot, sondern eine Zahl. Der Weg dahin führt aber über beide Seiten, und das merken Sie an den Fragen, die wir stellen. Wenn eine der beiden Anschriften noch nicht feststeht, notieren wir das und rechnen mit dem, was wir wissen. Sobald die zweite Adresse bekannt ist, prüfen wir nach und sagen Ihnen, ob sich am Betrag etwas ändert.
Diese Nachprüfung ist kein Trick, um den Preis zu erhöhen. Sie ist der Grund, warum unser Betrag hält. Ein Angebot, das nur die halbe Strecke kennt, ist keine Zusage, sondern eine Schätzung. Wir nennen lieber später eine Zahl, die stimmt, als früh eine, die am Umzugstag korrigiert werden muss. Sollte sich der Betrag doch ändern, sagen wir es Ihnen sofort und begründen es, statt es im Angebot zu verstecken.
- Anfrage über das Formular, mit beiden Anschriften, falls schon bekannt
- Besichtigung der alten Wohnung, Menge und Wege aufnehmen
- Blick auf die neue Anschrift, Zugang und Etage prüfen
- Zusatzposten festlegen: Halteverbot, Lift, Küche, Sonderstücke
- Ein Angebot mit einer Zahl, in der beide Seiten enthalten sind