Wann ein Möbeltransport statt eines Umzugs passt
Nicht jeder Transport ist ein Umzug. Ein gekaufter Schrank soll abgeholt werden, ein Sofa geht an die Tochter, der Esstisch wandert vom Dachboden ins Wohnzimmer eines anderen Hauses, oder eine Wohnung wird nur zur Hälfte geräumt, weil der Rest bleibt. Für solche Aufträge ist ein Festpreis für eine ganze Wohnung unsinnig teuer. Sie buchen dann Fahrzeug und Fahrer nach Stunden und zahlen genau die Zeit, die der Auftrag braucht.
Die Fahrzeuggröße richtet sich nach dem Volumen, nicht nach dem Gewicht. Zwölf Kubikmeter reichen für die Möblierung eines Zimmers samt Kartons, einundzwanzig Kubikmeter nehmen deutlich mehr auf, etwa ein komplettes Schlafzimmer mit Schrank, Bett und Kommode plus Beiwerk. Wenn Sie unsicher sind, beschreiben Sie uns die Stücke mit ungefähren Maßen, dann sagen wir Ihnen, welcher Wagen passt und wie oft er fahren müsste.
Die Mindestabnahme von zwei Stunden gilt auch hier. Ein einzelner Sessel über eine kurze Strecke kostet deshalb genauso viel wie zwei Stunden Fahrzeug mit Fahrer. Das ist der Grund, warum es sich fast immer lohnt, mehrere Stücke zu bündeln oder gleich noch die Kartons aus dem Keller mitzugeben, wenn der Wagen ohnehin vor der Tür steht. Wer nur ein einzelnes Teil fahren lässt, zahlt für Zeit, die im Wagen ungenutzt bleibt.
Wie ein Einzelstück auf der Ladefläche gesichert wird
Ein einzelnes Möbelstück ist im Wagen gefährdeter als eine volle Ladung, weil ihm die Nachbarn fehlen, die es sonst am Platz halten. Deshalb wird bei kleinen Ladungen mehr gegurtet, nicht weniger. Wir stellen das Stück an eine Bordwand, decken es ab, setzen Kantenschutz unter die Gurte und verzurren es gegen die Wand statt frei in die Mitte. Eine Ladung, die sich beim Bremsen bewegt, ist die häufigste Schadensursache überhaupt.
Empfindliche Oberflächen bekommen zusätzlich eine Möbeldecke, Glasplatten und Spiegel werden abgeklebt und aufrecht transportiert, niemals flach unter anderen Stücken. Schubladen und Türen werden gesichert, damit sie unterwegs nicht aufschlagen. Bei lackierten und furnierten Flächen achten wir darauf, dass kein Gurt direkt aufliegt, weil ein straffer Gurt an einer Kante schon nach kurzer Fahrt eine Druckstelle hinterlässt, die man nicht mehr herausbekommt.
Was wir für die Sicherung brauchen, bringen wir mit. Möbeldecken können Sie darüber hinaus für 2,50 Euro je Stück und Woche leihen, wenn das Stück nach der Fahrt noch eine Weile geschützt stehen soll. Noppenfolie in Rollen zu fünfzig Metern kostet 19 Euro und lohnt sich bei Glas, Marmor und allem, was unter Druck splittert. Papier und Folie berechnen wir nur, wenn sie tatsächlich verbraucht werden, geliehene Decken nehmen wir nach Absprache wieder mit.
- Möbeldecke unter jeden Gurt, damit keine Druckstelle entsteht
- Kantenschutz an Ecken, Zargen und Tischplatten
- Glas und Spiegel stehend, abgeklebt, an der Bordwand
- Schubladen und Türen gesichert oder vorher ausgeräumt
- Schweres nach unten, Leichtes nach oben, nichts frei in der Mitte
- Nach jedem Halt wird die Ladung noch einmal kontrolliert
Beiladung: mitfahren statt allein fahren
Beiladung heißt, dass Ihre Möbel den Platz nutzen, der auf einer ohnehin geplanten Tour frei bleibt. Sie zahlen dann für den belegten Raum und nicht für ein eigenes Fahrzeug, das für Sie allein ausrückt. Der Preis liegt spürbar unter dem einer Einzelfahrt. Der Gegenwert dafür ist Flexibilität: Wir brauchen ein Zeitfenster von Ihnen und nicht einen einzelnen festen Tag, weil sich der Termin nach der Haupttour richtet.
Gut geeignet für Beiladung sind Teilmengen mit klarer Kante: ein Bett, ein Schrank, zehn Kartons, ein Schreibtisch. Weniger geeignet ist alles, was sofort da sein muss, sowie sehr empfindliche Einzelstücke, die keine zusätzliche Umladung vertragen. Wir sagen Ihnen ehrlich, wenn wir Ihr Stück für eine Beiladung nicht geeignet halten, statt es zu riskieren und hinterher zu diskutieren. Ein Aquarium, eine Standuhr oder eine Marmorplatte fährt besser allein als in fremder Gesellschaft.
Damit die Rechnung stimmt, messen wir den benötigten Raum vorher gemeinsam ab und schreiben ihn ins Angebot. Aus zehn geschätzten Kubikmetern werden sonst am Ladetag schnell vierzehn, und dann passt die Planung der Haupttour nicht mehr. Nennen Sie uns die Stücke mit Höhe, Breite und Tiefe, dann wird die Schätzung deutlich genauer als jede Angabe nach Gefühl. Ein Zollstock und eine Liste auf Papier ersparen an dieser Stelle die meisten Diskussionen.
Von der Anfrage bis zur Abgabe
Ein Möbeltransport ist schneller vereinbart als ein kompletter Umzug, weil weniger zu klären ist. Trotzdem gibt es vier Angaben, ohne die keine seriöse Zusage möglich ist: was transportiert wird, von welcher Etage nach welcher Etage, ob an beiden Anschriften ein Fahrzeug halten kann und wann es passieren soll. Fehlt eine davon, wird aus der Zusage eine Vermutung. Diese vier Angaben passen in drei Zeilen im Anfrageformular.
Bei kleineren Aufträgen verzichten viele auf die Besichtigung und schicken uns stattdessen Fotos. Das funktioniert gut, solange auf den Bildern das Möbelstück, die Tür und das Treppenhaus zu sehen sind. Was auf Fotos regelmäßig untergeht, sind Türschwellen, Handläufe und die Höhe unter einer Dachschräge. Bei allem, was schwer oder ungewöhnlich geformt ist, schauen wir deshalb doch lieber selbst vorbei, bevor wir einen Termin zusagen.
- Anfrage mit Liste der Stücke, ungefähren Maßen und beiden Etagen
- Rückmeldung von uns mit Fahrzeuggröße, Stundensatz und geschätzter Dauer
- Termin bestätigen, bei Bedarf Halteverbotszone beantragen lassen
- Am Tag: Stücke abdecken, Schubladen sichern, tragen und verladen
- Ladung gurten, Kontrolle vor der Abfahrt
- Am Ziel abladen, ins Zimmer stellen, auf Wunsch wieder aufbauen
Sperriges, Empfindliches und was vorher geklärt sein muss
Sperrige Stücke scheitern selten am Gewicht, sondern an der Geometrie. Ein Schrank, der oben im Treppenhaus nicht um die Kurve geht, muss zerlegt werden oder durch das Fenster, und beides will vorher besprochen sein. Messen Sie im Zweifel die engste Stelle des Wegs und nennen Sie uns das Maß. Ein Möbellift bis in die vierte Etage kostet ab 179 Euro und ist oft billiger als eine Stunde Zerlegen und wieder Zusammenbauen.
Zerlegen ist bei modernen Plattenmöbeln Routine, bei alten Massivmöbeln dagegen heikel. Verzapfte und verleimte Stücke lassen sich nicht ohne Weiteres auseinandernehmen, und was einmal falsch getrennt wurde, sitzt danach nie wieder spielfrei. Bei solchen Stücken suchen wir lieber den längeren Weg durch das Haus oder holen den Lift, als eine Verbindung zu lösen, die dafür nicht gedacht ist. Sagen Sie uns vorher Bescheid, wenn ein Erbstück dabei ist, dann planen wir von vornherein anders.
Zwei Dinge klären wir immer vorab: ob an beiden Anschriften ein Fahrzeug halten und be- beziehungsweise entladen kann, und ob jemand vor Ort ist, der aufschließt und sagt, wohin das Stück gehört. Fehlt die Haltemöglichkeit, beantragen wir eine Halteverbotszone. Sie kostet ab 59 Euro an einer Anschrift und ab 89 Euro an beiden, den Antrag übernehmen wir. Wie viel Vorlauf die zuständige Stelle braucht, klären wir für Ihre Anschrift.